hauso,
> is mir klar, nur darf ja keiner mehr Macht als ein anderer haben,
> wenn man Demokratie direkt betreibt. In einer Republik, welche du
> meiner Ansicht nach zuur Demokratie zählst hast du natürlich Recht.
Republik und Demokratie sind 2 Begriffe aus 2 verschiedenen
Themenbereichen, die ich nicht vermischen kann.
> > Wenn nicht einmal die Berufspolitiker an jeder Entscheidung beteiligt
> > sind, wieso soll das plötzlich jeder Bürger sein.
>
> Und du meinst Politiker treffen die richtigen Entscheidungen? Wärs
> dir nicht lieber wenn Entscheidungsträger alles wüssten? Mir
> persönlich JA.
Darum geht es doch gar nicht. Sondern das niemand alles weiß und auch
nach dem Bauch entscheidet. Wenn das nicht möglich ist, sollte man
die Entscheidung Anderen überlassen.
> > Wo eine Autobahn
> > hier oder dort gebaut werden soll, interessiert mich einen Dreck.
> > Beim Subventionsabbau würde ich aber gerne mitbestimmen.
> > Wenn jeder nur vor seiner eigenen Haustür fegt wird die Information
> > nicht übergewichtig. Im Gegenteil, man ist kompetent mitzureden und
> > mitzuentscheiden. Und man kann aus den getroffenen Entscheidungen
> > lernen - im Gegensatz zu den Politikern, die selbst selten unter den
> > Auswirkungen ihrer Entscheidungen leben müssen.
>
> Und wenn du später dorthin ziehst? Wenn das Geld viel sinnvoller
> angelegt wäre, flächendeckkend zum Beispiel in Bildung, so dass es
> dich auch betrifft? Die Welt ist komplexer als das Haus mit Garten
> davor. Wer nur vor seiner Haustür fegt, muss dann auch dort bleiben
> und hilft nicht beim Regieren des Landes sondern seines Stück Weges.
Wenn ich später hinziehen will, muß ich den den dortigen
Gegebenheiten klarkommen.
Aber wenn dir ein Thema zu komplex erscheint, halte dich einfach
raus. Es gibt Leute, die sich nur um Haus und Garten kümmern. Das
machen die meist auch gut. Andere kümmern sich um komplexe Themen und
haben dazu auch was zu sagen, aber keine Ahnung von Haus und Hof.
Jeder nach seinen Neigungen und Fähigkeiten.
> Das ist ja meine Aussage Demokratie ist praxisfern. Demokratie heisst
> jeder entscheidet, um wirklich richtig zu entscheiden muss man alles
> wissen. Sonst kommt es, dass man sagt:
> Beispiel zum Thema “man weiß fast nix, bildet sich trotzdem eine
> Meinug und hält die für qualifiziert” Denn diese Meinung führt ja zur
> Entscheidung
Demokratie heißt Mitbestimmung. Ob die Meinungsbildung deinem
Anspruch genügt ist erstmal unrelevant. Sich für etwas zu
Entscheiden, heißt mit den Konsequenzen leben zu wollen.
> Wie soll man denn eine vernünftige Entscheidung treffen, wenn man das
> nicht alles weiß und da gibts bestimmt mehr, weil ich ja auch nicht
> alles weiß.
Dann lass einfach die Finger davon. Abgesehen davon, das du eh keine
Entscheidung treffen kannst, sondern dir höchstens eine Meinung zum
Diskutieren bildest.
> Und daran hinkt die Demokratie. Und auch die Republik, weil Politiker
> auch nur Menschen sind.
Ich glaube du verwechselst den Begriff Republik mit repräsentativer
Demokratie. Um vernünftig zu diskutieren, bitte, versuche dich so
präzise wie möglich auszudrücken. Das vermeidet Missverständnisse.
> Ok, ich meinte natürlich nicht, dass eigene Gefühle/Präferenzen nicht
> mitspielen dürfen. Im gegenteil das macht den Menschen ja aus und ist
> das Geile an der Demokratie
> Entscheiden tut es eine unsichtbare Hand, welche dadurch entsteht,
> dass sehr viele abstimmen und alle nicht manipuliert sind und somit
> eine gemeinsame Lösung herbeiführt, die keinem 100% entsprechen wird
> aber dem Grosteil nahetritt.
Manipulation bedeutet, jemanden zu etwas zu bewegen, was nicht in
seinem eigenen Interesse liegt. Manipulation ist wesentlicher
Bestandteil aller Gesellschaften, oberhalb der Urgesellschaft.
Manipulation durchdringt jeden Bereich deines Lebens. Du mußt
versuchen damit zu leben. Das geht am Besten, wenn du manipulative
Versuche aufdeckst.
> Alle einzelnen Menschen = Massen.
Falsch. Der Unterschied ist etwa der Gleiche, wie zwischen Fernsehen
und Computer mit Netz.
> Die Medienlandschaft wird sich leider ändern und zwar meiner Meinung
> nach zu einem höchst manipulativen Medium, sieht man ja sehr gut an
> Kriegsberichterstattungen seit den 90ern bzw.
> Kriegsnichtberichterstattung. In Tschetschenien ist zur Zeit immer
> noch Krieg. Hat man da mal wieder was gehört?
> Auch das ist Manipulation. Weil der arme Bürger sich auf die Medien
> verlässt und glaubt ausreichen informiert zu werden, wenn er Spiegel,
> Welt und Tagesschau hat. Aber das klappt einfach nicht.
Die Massenmedien berichten gerne über Katastrophen. Das bringt uns
kaum vorwärts. Wenn schon was passiert ist kann man nur schlecht
etwas ändern. Wir brauchen Infos über zu entscheidende Themen vor der
Entscheidung. Bisher werden aber kaum die Entscheidungen(des
Bundestages, ca.5 pro Tag) kommuniziert. Es ist also noch viel zu
tun.
Ich will
> gar nicht wissen, was Politiker so an Nachrichten lesen müssen und
> wieviel da fehlt an Aspekten.
Kein Politiker muß sich informieren. Hauptaufgabe der Politiker ist
die Selbstdarstellung.
mfg
steffen